Der frühe Frühling hat uns alle etwas überrascht. Des einen Freud, des Pollenallergikers Leid. Kaum wird es warm, geht das Niesen links und rechts los. Auch für Neurodermitiker ist die Pollensaison im Frühling / Frühsommer neben dem Herbst mit seinem Wetterumschwung die herausforderndste Jahreszeit. Der Grund dafür ist, dass eine der häufigsten Komplikationen bei Neurodermitis-Patienten die hohe Empfindlichkeit für Allergien ist, die den Zustand weiter verschlechtern können. Daher möchte Euch KAMI Gründerin Dr. Kerstin Schallaböck heute über die Zusammenhänge zwischen Allergien und Neurodermitis aufklären.
"Viele Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Neurodermitis ein erhöhtes Risiko für Allergien haben. Dieser Zusammenhang zwischen Allergien und Neurodermitis ist ein medizinisch komplexes Thema, das viele Facetten der Immunologie und Dermatologie umfasst. Auch haben sowohl Neurodermitis als auch Allergien eine genetische Komponente.
Wie Du vielleicht schon weißt, sind Allergien Immunreaktionen des Körpers auf normalerweise harmlose Substanzen wie Pollen, Hausstaubmilben oder bestimmte Lebensmittel. Diese Reaktionen werden durch eine Aktivierung des Immunsystems, insbesondere durch die Produktion von Immunglobulin E (IgE)-Antikörpern, ausgelöst. Diese Immunantwort ist bei Neurodermitikern gestört, es kommt zu einer übermäßigen Entzündungsreaktion in der Haut. Diese Entzündungsreaktion wird durch bestimmte Immunzellen, insbesondere T-Helferzellen und Mastzellen, vermittelt. (siehe auch unser Blogartikel)
Nun führt die gestörte Hautbarriere bei Neurodermitis-Patienten dazu, dass Allergene leichter in die Haut eindringen können. Ein zusätzlicher Faktor, der auch wiederum zu einer verstärkten Immunantwort führen kann.
Bei vielen Kindern entwickelt sich die Neurodermitis bereits sehr früh, später kommen oft allergischen Erkrankungen wie Asthma oder Rhinitis dazu. Diese Folge wird als "atopischer Marsch" bezeichnet und deutet darauf hin, dass Neurodermitis und Allergien gemeinsame zugrunde liegende Mechanismen haben können."
Tipps zur Vermeidung von Neurodermitis-Schüben:
Jeder hat spezielle Trigger-Allergene: Es ist wichtig, diese zu identifizieren. Man kann dafür einen Allergietest machen lassen. Zuverlässiger ist es aber, ein genaues „Haut-Tagebuch“ zu führen, in dem man Beobachtungen wie Wetter, Stress und Ernährung festhält. In weiterer Folge sollte der Patient/die Patientin natürlich versuchen, den Kontakt mit diesen Allergenen so weit wie möglich zu vermeiden. Zum Beispiel können spezielle Matratzenbezüge verwendet werden, um Hausstaubmilbenallergene zu reduzieren, oder die Ernährung anpasset werden, um die vorher identifizierten Lebensmittelallergene zu meiden.
Alles für eine gesunde Hautbarriere tun: Eine intakte Hautbarriere ist entscheidend für die Kontrolle von Neurodermitis. Verwende nur seifenfreie, milde Reinigungsmittel wie das rückfettende KAMI Wasch-Fluid und Öle oder Cremes, welche die Hautbarriere aufbauen und in Folge Feuchtigkeitsverlust verhindern. Vermeide heiße Bäder oder Duschen, da diese die Haut austrocknen können.
Achtung bei Kleidung und Bettwäsche: Hochwertige, lockere, atmungsaktive Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Seide können Hautirritationen minimieren. Achte auch darauf, wie die Produkte gefärbt wurden: Billigprodukte aus Fernost und besonders dunkle und schwarze Farben, können mit toxischen Farben gefertigt worden sein. Kleidung vor dem ersten Mal Tragen auf jeden Fall waschen und immer hypoallergenes Waschmittel ohne Duftstoffe verwenden! Regelmäßiges Waschen entfernt Umwelt-Allergene aus der Kleidung, keine Weichspüler oder Wäscheparfums verwenden. Es gibt auch hypoallergene Bettwäsche.
„Chill mal“:Stress kann Neurodermitis-Schübe auslösen oder verschlimmern. Auch mit Kindern kann man schon einfache Meditationstechniken und Atemtechniken üben, die Stress abbauen.
Suche eine Ärztin oder Arzt, die/ der dir zuhört und der/dem du vertraust: Eine regelmäßige Beobachtung und Anpassung der Behandlungsstrategie ist wichtig, um Neurodermitis-Schübe zu verhindern. Oft wird berichtet, dass Dinge, die helfen nach einiger Zeit ihre Wirksamkeit verlieren. Dann muss ein neues Mittel gesucht werden. Bei jedem können andere Dinge helfen, jede Behandlung muss sehr individuell abgestimmt sein.
Ich hoffe, euch mit diesen Tipps wieder ein Stück schlauer gemacht und euch bei Uren Leiden geholfen zu haben.
Sommerzeit – Wanderzeit. Wanderbegeisterte Eltern haben oft das Problem, dass sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder für ihr Hobby begeistern können. Heute teilt Dr. Kerstin Schallaböck, Allgemeinärztin, 4-fach Mama und KAMI skincare Gründerin ihre Erfahrungen und Tipps rund um das Thema Wandern mit Kindern:
Eine Wanderung vor allem mit kleinen Kindern kann lustig, aber auch sehr anstrengend sein, selbst wenn die Kleinen längere Strecken schon selber gehen können. Auch Kinder im Kindergartenalter geben manchmal nach kurzer Zeit schon auf. Um das zu vermeiden und vor allem ihnen die Freude an der Bewegung nicht zu vermiesen, helfen schon kleine Dinge.
Meine Tipps für die Planung einer Wanderung mit Kindern:
Nehmt Euch realistische Strecken vor, Maßstab sollte das jüngste Kind sein. So lobenswert es ist, mit Kindern zu wandern: Es ist besser, mehrmals raus an die frische Luft zu gehen und kleine Strecken und Aktivitäten zu planen, als an einem Tag alle zu überfordern.
Wenn es heiß wird, schattige Routen im Wald planen. (Sonnenschutz natürlich immer schon vorher auftragen UND mitnehmen!)
Das Ziel sollte für Kinder interessant sein: ein toller Waldspielplatz, ein imposantes Gipfelkreuz, ein Bacherl oder eine Hütte, die das Lieblingsessen anbietet. Schöne Landschaft ist – und das sage ich aus Erfahrung – ziemlich uninteressant für Kinder.
Viele Wander-Regionen verfügen über ein spezielles Angebot für Kinder; informiere Dich vorab im Hotel oder beim Tourismusverband, auch gibt es spezielle Kinderführer (weiterführende Links auch unten).
Wenn es eine Seilbahn gibt, erspart den Kindern den mühsamen Anstieg und macht lieber eine Höhenwanderung. Da gibt es schöne Aussichtspunkte, oft auch Spielplätze und/oder Naturlehrpfade. Oft sind Seilbahnen-Karten in den Tourismusangeboten der Region inkludiert (z.B.Hochkönig- oder Schladming-Karte).
Spiele beim Gehen lenken von der Anstrengung und der Dauer ab. Wir spielen immer das Wörterkettenspiel mit verschiedenen Themen wie Vornamen, Obst/Gemüse, Länder/Städte etc. Das jüngste Kind fängt mit einem Wort, z.B. seinem Vornamen, an, der/die Nächste muss mit dem letzten Buchstaben einen neuen Namen finden (Anne – Egon – Nadja….).
Sagen und Märchen erzählen: Lies nach, welche Sagen es zum Urlaubsort oder zur Wandergegend gibt. Beim Gehen kannst Du die dann erzählen und so adaptieren, dass es für Dein Kind interessant und spannend wird. (Tipp: es gibt überall Sagen mit Drachen, Wichteln und/oder Prinzessinnen, wenn nicht, fällt Dir sicher etwas ein 😉!)
Kinder dehydrieren schnell. Achte auf regelmäßige Pausen mit Wasser (!!!) und kleinen Snacks, die vielleicht auch unterwegs gegessen werden können.
Den Rückweg nicht vergessen einzuplanen! Der dauert oft länger, weil die Kinder schon müde sind und das Ziel nicht mehr lockt. Sollte die gewählte Strecke doch zu schwierig oder zu lang sein, lieber frühzeitig umkehren als beim Rückweg ernste Probleme zu bekommen.
Mit einer Extraportion Motivation und Humor in den Tag gehen und als aller letzte Motivationsnotlösung eine Packung Lieblingssüßigkeiten einpacken!
Wird ein Kleinkind in einer Rückentrage transportiert, achte darauf, dass die Beine nicht eingeklemmt werden, Rücken und Kopf gut gestützt und geschützt sind. Bedenke auch, dass Dein Kind Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt ist. Die Bekleidung muss als Sonnen- und Regenschutz dienen und veränderlichen Temperaturen – je höher hinauf man kommt, umso kälter wird es auch im Sommer – schnell angepasst werden können.
Bitte pack den Rucksack des Kindes selbst bzw. kontrolliere die Rucksäcke der Kinder. Die Kleinen sollten nur die Wasserflasche, Taschentücher und eine leichte Jacke selbst tragen. Das Tragen der Jause und schwerer Sachen sollten von den Erwachsenen erledigt werden.
Gute Schuhe sind aber fast das Wichtigste beim Wandern. Sie sollten Halt geben, wenn über Steine gegangen wird, über die Knöchel gehen und vor allem gutes Profil haben. Bei meinen Kindern ist auch wasserfest extrem wichtig, denn jedes Bacherl wird durchgequert. Also keine ausgelatschten Turnschuhe, Ballerinas oder gar Sandalen!
Wenn's doch mal wehtut: Die richtige Erstversorgung bei Schürfwunden
Vor allem aber unternimm keinen Ausflug ohne einigen kleineren und größeren Pflaster. Pflaster helfen oft auch ohne Wunde 😉
Manchmal ist aber tatsächlich ein aufgeschürftes Knie oder der aufgeschürfte Ellbogen beim Wandern mit Kindern zu versorgen. Über Stock und Stein, beim Spielplatzausflug danach oder beim Herumtollen am Rastplatz: Ein Sturz ist schnell passiert. Als Ärztin und als Mama weiß ich: In dem Moment zählt vor allem eines – schnell und richtig zu handeln, ohne die empfindliche Kinderhaut zusätzlich zu reizen.
Meine vier Schritte bei kleinen Schürfwunden:
Ruhe bewahren. Erst das Kind beruhigen, dann an die Wunde gehen – das nimmt schon die Hälfte des Schreckens.
Reinigen. Vorsichtig mit klarem Wasser spülen. Schmutz und Steinchen müssen raus, scharfe Desinfektionsmittel sind bei kleinen Kindern meist nicht nötig.
Trocken tupfen. Nicht reiben – das reizt die Haut zusätzlich.
Pflegen. Eine feuchtigkeitsspendende, pflegende Schicht kann die Heilung unterstützen und das unangenehme Spannungsgefühl lindern.
Sobald eine Wunde nicht mehr offen blutet, trage ich gerne unser KAMI SOS Öl oder den SOS Hautpflegebalsam sanft auf. Einer der Inhaltsstoffe, das Murmeltieröl, wird seit Jahrhunderten bei großen und kleinen Entzündungen und Hautirritationen eingesetzt und enthält natürliche Wirkstoffe, die die Hautregeneration unterstützen und die Narbenbildung verbessern können – ideal für empfindliche Kinderhaut, aber genauso für Erwachsene. Unser Roll-on passt in jede Hosentasche oder jeden Rucksack und ist auch bei juckenden Mücken- bzw. Gelsenstichen ein natürlicher Begleiter für den ganzen Sommer.
Bei Stürzen oder stumpfen Traumen das KAMI SOS Öl einmassieren und die verletzte Region bestmöglich, zum Beispiel mit einer Bandage oder einem Tuch, stabilisieren und kühlen.
Und ganz wichtig: Bei tiefen, stark blutenden oder sich entzündenden Wunden, bei Fieber oder wenn sich die Wunde nach ein paar Tagen nicht bessert, immer den Arzt oder die Ärztin aufsuchen.
Ich empfehle in ein kleines Täschchen folgendes einzupacken:
Spezielle Blasenpflaster, die nicht verrutschen können
Kleiner Desinfektionsspray
2-3 normale Pflaster in verschiedenen Größen
KAMI SOS Öl Roll-on für kleinere Wunden, Kratzer oder Insektenstiche
Für Allergiker: Antihistamine
Eine kleine Bandage
Steristrip zum Verschließen stärker blutender Wunden
Das Handy sollte jedenfalls dabei und aufgeladen sein. Man weiß ja nie, was passiert. Hilfreich ist auch, sich vorab lokale Notrufnummern bzw. die Nummer der Bergrettung aufzuschreiben/einzuspeichern.
Ich hoffe, die Tipps helfen Euch dabei die Kinder für Wanderungen zu motivieren. Wir Eltern lieben wandern sehr, unsere Kinder auch – wenn der Tag vorbei ist. 😉
Hier noch ein paar weiterführende Adressen für Informationen:
http://www.bergfex.at
http://www.wanderhotels.com
https://www.bergwelten.com/lp/wandern-mit-kindern
https://outdoorkid.de/wandern-mit-kindern/
https://www.alpenverein.de/bergsport/familie/wandern-bergsteigen-mit-kindern/wandern-mit-kindern_aid_10485.html
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne und unbeschwerte Zeit in den Bergen!
Eure Kerstin Schallaböck
Wer behauptet, man könne Neurodermitis nur über den Darm heilen oder Neurodermitis sei nur eine Darmkrankheit, ist wohl noch nie die ganze Nacht wach gelegen, weil die Haut unerträglich juckte. Dann wüsste er nämlich: Wenn die Haut brennt und du dich blutig kratzt, hilft kein Lebensmittel der Welt – du brauchst etwas, das jetzt lindert.
Trotzdem ist der Darm ein wichtiger Faktor bei Neurodermitis. Die Forschung zur sogenannten Darm-Haut-Achse zeigt klar: Dein Darmmikrobiom beeinflusst dein Immunsystem – und damit auch deine Haut. Ein gestörtes Darmmikrobiom kann also tatsächlich mitentscheiden, wie oft und wie stark Schübe auftreten. Nur: Die Ursache von Neurodermitis liegt meist woanders – nämlich in den Genen.
Der Darm ist also selten der Auslöser der Erkrankung, aber sehr oft ein wichtiger Hebel, um mit ihr besser zu leben. Und die Haut selbst braucht in jedem Fall ihre eigene, verlässliche Unterstützung. Sehen wir uns an, warum.
Warum entsteht Neurodermitis? Die Ursache von Neurodermitis
Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Die Symptome kennst du: trockene Haut, quälender Juckreiz, gerötete und entzündete Stellen. Aber die Symptome sind nicht die Ursache – sie sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels.
Die drei Hauptakteure
Genetische Veranlagung: Bei vielen Betroffenen ist die Produktion des Proteins Filaggrin gestört. Dieses Eiweiß ist dafür verantwortlich, dass sich eine stabile Schutzschicht auf der Haut bildet. Zum anderen mangelt es der Haut an essenziellen Fettsäuren wie Linolsäure, die für die Bildung von Ceramiden notwendig sind – dem natürlichen „Mörtel“ zwischen den Zellen. Ohne diese stabilen Bausteine und den schützenden Fettfilm wird die Haut extrem durchlässig, verliert Feuchtigkeit und entzündet sich leicht, weil Reizstoffe einfacher eindringen können.
Übereifriges Immunsystem: Ein Teil des Immunsystems ist bei Neurodermitikern überaktiv. Dieser Mechanismus ist auch bei Heuschnupfen und Asthma am Werk – deshalb leiden viele Betroffene gleich an mehreren dieser Erkrankungen.
Gestörtes Hautmikrobiom: Die überschießende Immunreaktion gegen Parasiten schwächt gleichzeitig die Abwehr gegen Bakterien. Für die Abwehr von Bakterien bleibt einfach weniger Kapazität. Dadurch können sich Keime wie Staphylococcus aureus leichter auf der Haut ansiedeln. Staphylococcus aureus macht dann krank, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder andere schützende Hautbakterien verdrängt werden.
Wie kommt es zu einem Neurodermitis-Schub? Drei Wege zum Ekzem
Stell dir Neurodermitis wie ein Haus mit instabilem Fundament vor. Das Fundament ist deine genetische Veranlagung – es steht da, ob du willst oder nicht. Aber ein instabiles Fundament führt nicht automatisch zum Einsturz. Es braucht zusätzliche Belastungen: Sturm, Regen, Erschütterungen. Diese Belastungen sind deine Trigger.
Die Forschung zeigt: Es gibt verschiedene Wege, wie der Teufelskreis aus Entzündung, Juckreiz und Kratzen in Gang kommt.
Weg 1: Das Immunsystem schlägt zuerst Alarm
Bei den meisten Betroffenen ist ein übereifriges Immunsystem der Ausgangspunkt. Die Th2-Zellen in der Haut sind zu aktiv, schütten Entzündungsbotenstoffe aus und trocknen die Haut aus. Die Nervenfasern in der Haut werden aktiviert – es juckt. Du kratzt, die Barriere wird noch mehr beschädigt, Bakterien siedeln sich an. Der Kreislauf beginnt.
Weg 2: Die Hautbarriere ist genetisch geschwächt
Manche Menschen haben zuerst eine genetisch bedingt trockene Haut (z. B. durch Filaggrin-Mangel). Die durchlässige Barriere lockt dann Immunzellen an, die eine Entzündung auslösen.
Weg 3: Bakterien auf der Haut setzen alles in Gang
In anderen Fällen siedeln sich zuerst Bakterien wie Staphylococcus aureus auf der Haut an. Das Immunsystem reagiert, Entzündung entsteht, die Haut trocknet aus.
Das Entscheidende: Egal welcher Weg – am Ende stehen immer dieselben Symptome: trockene Haut, starker Juckreiz, Entzündungszellen in der Haut. Und genau hier wird klar, warum eine einzelne Maßnahme selten ausreicht. Die genetische Veranlagung ist der Teil, der immer bleibt. Behandeln lässt sich vor allem die daraus entstehende Entzündungsreaktion.
Welche Rolle spielt der Darm bei Neurodermitis?
Rund 70 bis 80 Prozent deiner Immunzellen sitzen in der Darmwand. Sie stehen in ständigem Austausch mit deinem Darmmikrobiom – den Milliarden von Bakterien, die deinen Darm besiedeln. Über diese sogenannte Darm-Haut-Achse beeinflusst der Darm dein gesamtes Immunsystem.
Was passiert bei einer Dysbiose?
Wenn das Gleichgewicht im Darm gestört ist (Fachleute sprechen von Dysbiose), verändert sich die Kommunikation mit dem Immunsystem. Studien zeigen, dass Menschen mit Neurodermitis häufig eine verringerte Anzahl von Bifidobakterien und eine geringere Bakterienvielfalt im Darm haben. Wird zusätzlich die Darmbarriere durchlässig (das sogenannte Leaky Gut), gelangen Entzündungsbotenstoffe in den Blutkreislauf – und von dort auch in die Haut.
Können Nahrungsmittelallergien Neurodermitis auslösen?
Neurodermitis entsteht meist durch angeborene Störungen des Immunsystems – die Schübe werden aber mitunter durch eine unpassende Ernährung oder Nahrungsmittelallergien getriggert. Das ist ein wichtiger Unterschied. Etwa zwei Drittel der Neurodermitiker haben eine allergische Form der Erkrankung.
Wenn du das Gefühl hast, dass bestimmte Lebensmittel deine Schübe verstärken, empfehle ich dir einen Allergietest beim Arzt. Kommt dabei nichts heraus, ist es wahrscheinlicher, dass dein Darm von einer Darmsanierung profitiert – und nicht von einer Eliminationsdiät.
Mehr zur Rolle der Ernährung bei Neurodermitis findest du in diesem Artikel.
Wann kann eine Darmsanierung bei Neurodermitis helfen?
Jetzt wird es konkret. Eine Darmsanierung – also der gezielte Aufbau einer gesunden Darmflora durch Probiotika, Präbiotika und darmgesunde Ernährung – kann helfen. Aber nicht in jedem Fall.
Bei wem eine Darmsanierung am meisten bewirkt
Bei Weg 1 und Weg 3 (wenn das überaktive Immunsystem oder die Bakterienbesiedelung zuerst kommen) kann eine Darmsanierung die Entzündungsneigung deutlich senken.
Der Mechanismus: Wenn du dein Darmmikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringst, signalisiert der Darm dem Immunsystem: „Alles sicher, du kannst den Fehlalarm runterfahren." Die systemische Entzündungsbereitschaft sinkt – und das beruhigt auch die Haut.
Ein gesundes Darm-Immunsystem produziert außerdem schützende Antikörper und antimikrobielle Proteine, die auch an der Hautoberfläche wirken. So kann sich das Hautmikrobiom besser stabilisieren.
Wo die Darmsanierung an ihre Grenzen stößt
Bei Weg 2 – wenn die Ursache ein genetischer Defekt der Hautbarriere ist (z. B. Filaggrin-Mangel) – kann keine Darmsanierung der Welt diesen Baufehler reparieren. Die Haut verliert physikalisch weiterhin zu viel Feuchtigkeit.
Das bedeutet nicht, dass eine Darmsanierung sinnlos ist. Sie kann den Juckreiz-Kreislauf abmildern, weil das Immunsystem weniger „angestachelt" wird. Aber sie ersetzt keine Hautpflege.
Warum reichen Kortison, Systemtherapie oder eine Darmsanierung allein bei der Behandlung von Neurodermitis nicht aus?
Die entzündungsbedingten Symptome von Neurodermitis lassen sich medizinisch behandeln. Systemtherapien – also innerlich wirkende Medikamente wie Dupilumab – setzen gezielt an den Botenstoffen an, die aus dem Immunsystem kommen und die Entzündung in der Haut auslösen. Sie unterbrechen die Kommunikation zwischen den Zellen, sodass die Entzündungsreaktion abgeschwächt wird. Aber sie reparieren nicht die Hautbarriere!
Auch Kortison kann kurzfristig das Immunsystem beruhigen. Das Problem dabei: Solange die trockene, geschwächte Hautbarriere nicht mitbehandelt wird, kommt es häufig zu einem Rebound-Effekt – die Ekzeme flammen nach Absetzen von Kortison schnell wieder auf. Und auch unter einer laufenden Antikörpertherapie ist trockene Haut nicht einfach "wegtherapiert"; solche Therapien können bei schweren Verläufen sehr hilfreich sein, ersetzen aber keine konsequente Basispflege.
Und selbst wenn eine Darmsanierung deine Entzündungsneigung senkt, bleibt ein Problem: Deine Hautbarriere ist strukturell geschwächt. Und solange die Barriere nicht stabilisiert wird, kommen die Ekzeme immer wieder – egal wie gesund dein Darm ist.
Die drei Säulen der Neurodermitis-Behandlung
Für eine langfristige Besserung musst du alle drei Komponenten angehen:
Entzündung im Griff haben – durch ärztliche Therapie und/oder Darmsanierung
Hautmikrobiom stabilisieren – durch den Aufbau einer gesunden Bakterienbesiedelung
Hautbarriere pflegen – durch konsequente, tägliche, fettenden Basispflege
Fehlt eine der drei Säulen, kommt der Rebound-Effekt. Du behandelst die Entzündung, aber sobald du aufhörst, sind die Ekzeme sofort wieder da.
Welche Neurodermitis Hautpflege hilft wirklich?
Während eine Darmsanierung nur einem Teil der Betroffenen hilft, profitiert jeder Neurodermitiker von konsequenter Hautpflege. Sie ist keine optionale Ergänzung – sie ist das Fundament.
Worauf es bei Neurodermitis Haut ankommt
Die Haut bei Neurodermitis braucht zwei Dinge:
Feuchtigkeit, um den Wasserverlust auszugleichen
Lipide (Fette), um die defekte Barriere zu kitten
Besonders wichtig sind dabei Linolsäure und Linolensäure. Diese essentiellen Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie werden in der Haut zu Ceramiden umgebaut – den bereits erwähnten „Mörtel" zwischen den Hautzellen, der bei Neurodermitikern mangelhaft ist.
Produkte, die Linol- und Linolensäuren enthalten, unterstützen also direkt den Aufbau einer gesünderen Hautbarriere. Sie ersetzen, was der Körper nicht ausreichend produziert.
KAMI skincare: Für akute Phasen und als Basispflege
Unsere Produkte von KAMI skincare wurden speziell für empfindliche und zu Neurodermitis neigende Haut entwickelt. Sie enthalten:
Linol- und Linolensäuren aus hochwertigen Pflanzenölen, die zur Bildung gesunder Haut beitragen
Entzündungshemmende Inhaltsstoffe aus der Natur, die bei akuten Ekzemen Linderung verschaffen
Das macht KAMI vielseitig einsetzbar: bei akuten Schüben zur Beruhigung der Haut und als tägliche Basispflege zwischen den Schüben – um den nächsten Schub möglichst lange hinauszuzögern.
In akuten Schubphasen bewährt hat sich vor allem der sogenannte fett-feuchte Umschlag, z.B. mit dem KAMI SOS Hautpflegebalsam. Der fett-feuchte Verband kühlt, lindert Juckreiz, schützt vor dem Aufkratzen und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Dazu creme die betroffenen Hautstellen dick mit dem SOS Hautpflegebalsam ein und ziehe einen mit lauwarmem Wasser oder Schwarztee befeuchteten Schlauchverband darüber. Darüber kommt noch eine Schicht eines zweiten, trockenen Verbands.
Fazit: Der Darm ist ein Teil des Puzzles – aber nicht das ganze Bild
Die Darm-Haut-Achse ist real. Ein gestörtes Darmmikrobiom kann die Häufigkeit und Schwere von Neurodermitis-Schüben beeinflussen. Für manche Betroffene ist eine Darmsanierung ein Game-Changer.
Aber: Die Ursache von Neurodermitis ist meist genetisch. Du kannst sie nicht wegsanieren. Was du tun kannst, ist, an allen Stellschrauben zu drehen – Immunsystem, Darmmikrobiom, Hautmikrobiom und Hautbarriere sowie die konsequente Vermeidung bekannter Trigger – etwa Stress (Cortisol), reizende Stoffe, starkes Schwitzen oder bestimmte Nahrungsmittel.
Und während eine Darmsanierung Zeit braucht und nicht jedem gleich hilft, wirkt konsequente Hautpflege bei allen. Sie ist der Teil, den du selbst in der Hand hast – jeden Tag.
Ist die Sonnencreme vom Vorjahr noch sicher? Wie tanke ich ausreichend Vitamin D, ohne meine Haut zu gefährden? Was mache ich, wenn ich doch einmal zu viel Sonne erwische?
Pünktlich zur heißen Jahreszeit stellen wir uns viele Fragen rund um den perfekten Schutz und die richtige Pflege unserer Haut. Daher haben wir heute viele spannende Infos dazu aus dem Gesundheitscode-Newsletter in unserem Blogbeitrag für euch integriert.
„Kein Sonnenbrand ist harmlos, die Haut vergisst nichts – deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich mit dem UV-Schutz zu beginnen.“ (Bernhard Arenz, Leiter der Prävention BG Bau)
Die Haut: Das Schaufenster unserer Gesundheit
Kaum einem Teil des Körpers schenken wir durch alle Altersschichten hindurch so viel Aufmerksamkeit wie unserer Haut. Von Milchschorf bei Babys, Neurodermitis bei Kindern über Akne in der Jugend bis hin zu trockener Haut, Falten oder Altersflecken – unser ganzes Leben beschäftigen wir uns mit unserer äußeren, sichtbaren Hülle.
Unsere Haut ist dabei weit mehr als nur das: Sie schützt uns täglich vor Umweltfaktoren, Keimen – und vor UV-Strahlung. Da UV-Strahlen oxidativen Stress fördern, Kollagen abbauen und langfristig Falten, Pigmentflecken sowie Hautkrebs begünstigen, benötigt die Haut im Sommer unsere besondere Unterstützung.
Wir haben daher Eure wichtigsten Fragen zur Hautpflege im Sommer gesammelt:
1. Ist Sonnencreme vom Vorjahr schädlich?
Wer noch Tuben vom letzten Strandurlaub zu Hause hat, sollte einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Studien zeigen, dass der chemische UV-Filter Octocrylen mit der Zeit Benzophenon bilden kann – eine Substanz, die gesundheitlich kritisch diskutiert wird. Besonders ältere oder lange gelagerte Sonnencremes können höhere Mengen davon enthalten. Auch wenn die gesundheitliche Relevanz der bislang gemessenen Konzentrationen noch nicht abschließend geklärt ist, raten wir zur Vorsicht.
Außerdem reagieren chemischen Filer mit Sauerstoff und werden abgebaut, was die Schutzwirkung drastisch senkt. Und es können sich in alten Cremes Keime bilden, da die Konservierungsstoffe mit der Zeit nicht mehr wirken.
2. Sind chemische oder mechanische UV Filter besser?
Grundsätzlich sind beide Filter gleichermaßen sicher und wirksam, wenn genug davon aufgetragen wird. Jedes Kosmetikprodukt, das in Europa hergestellt und vertrieben wird, muss eine eingehende Prüfung durchlaufen und ist dem Stand der Wissenschaft entsprechend sicher. Wenn du auf bestimmte chemische UV-Filter verzichten möchtest, weil du besonders empfindliche Haut oder gar Neurodermitis hast, greife am besten zu mineralischen Sonnencremes mit Zinkoxid oder Titandioxid. Unabhängig vom Filter gilt: Konsequenter Sonnenschutz bleibt die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Hautkrebs und lichtbedingter Hautalterung.
3. Wie viel Sonnencreme muss ich auftragen und wie oft?
Hier gilt die Faustregel für Erwachsene: Zwei Fingerlängen für jeden Körperbereich, also für 1) Gesicht und Hals, 2) jeden Arm und jedes Bein, 3) Bauch und Brust sowie 4) Rücken. Das sind ca. 3-4 Esslöffel für einen Erwachsenen.
Bei Schwitzen und Schwimmen ist ein Nachcremen natürlich nötig. Wichtig ist aber, dass das Nachcremen die Zeit, die man geschützt ist, nicht verlängert.
4. Wie bilde ich gesund Vitamin D und was muss ich beachten?
Vitamin D ist streng genommen kein klassisches Vitamin, sondern ein Prohormon mit zentraler Bedeutung für unsere Knochen, Muskeln, das Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Der größte Teil wird mithilfe von UVB-Strahlung direkt in unserer Haut gebildet. So unterstützt du deinen Haushalt sicher:
Tageslicht regelmäßig nutzen: Gehe möglichst täglich an die frische Luft, am besten früh morgens. Das unterstützt nicht nur die Vitamin-D-Bildung, sondern auch deinen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus.
Sonne mit Maß: Nutze kurze (!) Sonnenexpositionen ohne Sonnenbrandrisiko, um die körpereigene Bildung anzuregen. Denke bei längerem Aufenthalt im Freien anschließend unbedingt an UV-Schutz. Nach dem Sonnenbad hilft Dir der KAMI skincare 2-Phasen-Pflegespray, die Haut zu kühlen und zu beruhigen und ihr die verlorene Feuchtigkeit zurückzugeben.
Werte kontrollieren & Supplemente bewusst einsetzen: Wusstest du, dass Menschen unterschiedlich auf Vitamin-D-Präparate reagieren? Bei sogenannten „Low-“ oder „Non-Respondern“ steigt der Spiegel trotz Einnahme kaum an (oft beeinflusst durch Genetik oder Darmgesundheit). Lass deine Werte daher am besten ärztlich checken, anstatt hochdosierte Präparate einfach blind einzunehmen.
5. Ist Aluminium in Antitranspirantien wirklich schädlich?
Grundsätzlich muss man zwischen Antitranspiranten und Deodorant unterscheiden. Erstere verhindern das Schwitzen, indem sie die Schweißdrüsen verschließen und enthalten meist ACH – ein Aluminiumsalz. Zweitere verhindern die Zersetzung des Schweißes auf der Haut und damit den schlechten Geruch und enthalten meist Alkohol und Duftstoffe.
Aus dermatologischer Sicht lohnt es sich daher, bei diesen nicht nur auf Aluminium, sondern auf die Inhaltsstoffe insgesamt zu achten. Alkohol kann die Haut austrocknen und, insbesondere nach der Rasur, zu Reizungen führen – ebenso wie Duftstoffe in Verbindung mit UV-Strahlung.
Die gute Nachricht: Neuere Studien zeigen, dass vermutlich deutlich weniger Aluminium über die Haut aufgenommen wird als lange angenommen. Dennoch gibt es auch hier Produkte, die weniger aggressiv sind und z.B. mit Magnesiumsalzen oder Perlit arbeiten.
Zusammengefasst empfehlen wir – insbesondere bei empfindlicher Haut – möglichst reizstoffarme Produkte ohne unnötige Duftstoffe. Bestimmte Duftstoffe wie Cashmeran oder Galaxolid stehen in der Diskussion, da sie sich im Körper anreichern können (Lilial wurde in der EU bereits verboten).
Unsere Anwendungs-Tipps für Deos & Antitranspirantien:
Abends auftragen: Trage Antitranspirantien nach der abendlichen Körperpflege auf. Über Nacht ist die Schweißproduktion ohnehin reduziert, sodass die Haut die Wirkstoffe besser aufnehmen kann.
Trockene Haut: Für eine schonende und effektive Wirkung sollte die Haut vor der Anwendung komplett trocken und frei von Rückständen sein.
Vorsicht nach der Rasur: Frisch rasierte Haut weist Mikroverletzungen auf. Direktes Auftragen könnte zu Reizungen führen oder die Aufnahme unerwünschter Stoffe erhöhen.
6. Zu viel Sonne erwischt? Was tun?
Für den Fall, dass man zu viel Sonne erwischt hat, sind zwei Dinge wichtig:
1) Kühlen – denn Deine Haut hat eine Verbrennung. Kalte Kompressen, lose, luftige Kleidung und eine frische Umgebung sind empfehlenswert.
2) Der Haut Feuchtigkeit zuführen und beruhigen. Hier helfen Produkte, die der Haut viel Feuchtigkeit zuführen und z.B. Aloe Vera enthalten. Hautberuhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol oder Azulen können den Juckreiz und Rötung verbessern. Hier ist z.B. der KAMI 2-Phasen-Pflegespray ideal, er enthält Bio Aloe Vera und natürliche hautidente Öle, die nachhaltig Linderung verschaffen.
Der Gesundheitscode: Der ganzheitliche Newsletter, mit dem Du gesund bleibst. Jede Woche ein spannendes Thema von Experten zu Medizin, Wissenschaft und Ernährung gratis in Deinem Postfach! Jetzt anmelden: https://gesundheitscode.de/